Lütjenburg - Blekendorf - Kirchnüchel - Neukirchen | 61 km

Schwierigkeitsgrad: mittel

Nach der Eroberung Wagriens (1138) begann unter Graf Adolf II. die planmäßige Besiedelung und Christianisierung dieser Gebiete. Dazu wurden Ritter mit Land belehnt. Diese bauten zum Schutz ihres Besitzes auf einem Turmhügel, auch Motte genannt, eine Burg, der zumeist noch von einem Graben umgeben war. In den Burgen gab es oft eine Kapelle oder einen sakralen Raum. Im Umkreis von Lütjenburg gab es elf dieser Burgen, deren Reste Sie auf dieser Tour entdecken können.

Die Radwanderkarte mit dem Routenverlauf und weiteren Informationen sowie GPS-Daten steht Ihnen zum Download zur Verfügung.


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Legende Burgentour
Fotonachweis 28
St. Michaelis Lütjenburg

Als Ausgangspunkt für die Burgentour bietet sich die St. Michaelis-Kirche in Lütjenburg an. Bereits Mitte des 12. Jh., das heißt kurz nach der endgültigen Unterwerfung der slawischen Bevölkerung, existierte im Ort eine Kirche, von der jedoch keine Spuren erhalten sind. Der heutige Bau wurde als einschiffige, gewölbte Backsteinkirche um 1230/40 errichtet. 

Färberhaus in Lütjenburg (Fotonachweis 2)
Fachwerkhäuser Lütjenburg

Sehr sehenswert ist auch die Altstadt von Lütjenburg mit ihren Fachwerkhäusern.

Vom Bismarckturm auf dem Vogelberg in Lütjenburg haben Sie eine wunderbare Aussicht über die idyllische Stadt bis hin zur Ostsee und damit über den nördlichen Streckenverlauf der Burgentour.

Fotonachweis 29
Turmhügelburg in Nienthal

Zunächst geht es Richtung Norden vorbei an der rekonstruierten Turmhügelburg in Nienthal, wo Sie in das mittelalterliche Leben eintauchen können, zum Gutsdorf Panker.

Schloss Panker / © knipser5/ PIXELIO (Fotonachweis 7)
Schloss Panker

Das über 500 Jahre alte Gutsdorf Panker ist bekannt durch das Schloss Panker und sein mächtiges Torhaus, die kleine Kapelle und die Trakehnerzucht. Die vielen Läden und Galerien und ein Hotel-Restauraunt laden zum Verweilen, Stöbern und Einkaufen ein.

Kapelle Schloss Panker (Fotonachweis 2)
Kapelle Schloss Panker

Ein Abstecher lohnt sich zum Turm „Hessenstein“. Sie müssen 111 Stufen für die 17 Meter erklimmen, werden aber mit einer atemberaubenden Aussicht für Ihre Mühe entschädigt. Bei guter Sicht reicht der Panoramablick von Kiel bis zur Insel Fehmarn und über die Ostsee bis nach Dänemark.

Hohwachter Bucht (Fotonachweis 2)
Hohwachter Bucht

Der grüne Streckenverlauf führt über Behrensdorf in die beliebte Urlaubsregion der Hohwachter Bucht, die zwischen Kiel und Fehmarn liegt. Hier liegen romantische Buchten und unbebaute Naturstrände neben weißen Badestränden. Die Burgentour verläuft auf einer Landzunge zwischen der Ostsee und dem Großen Binnensee. An zahlreichen Badestellen können Sie sich mit einem Bad im Meer erfrischen.  

Einen Einblick in die Siedlungsgeschichte unseres Landes bietet die Alte Burg bei Stöfs, südlich des Großen Binnensees gelegen. Ab dem 7. Jahrhundert siedelte im Bereich zwischen Trave und Kieler Förde der slawische Stamm der Wagrier. Ihre Siedlungsspuren sind in den Ringwallanlagen der Alten Burg auch heute noch gut zu erkennen.

St. Jürgen-Kapelle, Hohwacht (Fotonachweis 2)
St. Jürgen-Kapelle

Hohwacht ist in den Sommermonaten ein beliebter Ferienort mit weißen Sandstränden, aber auch kulturellen Angeboten, wie z.B. in der St. Jürgen-Kapelle.

Die Burgentour führt nun wieder ins Binnenland Richtung Blekendorf. Am Sehlendorfer Binnensee bietet eine Beobachtungsstation die Gelegenheit, sich über die vielfältige Vogelwelt der Region zu informieren.

St. Claren-Kirchen (Fotonachweis 2)
Kirche zu Blekendorf

In Blekendorf erwartet Sie die St. Claren-Kirche. Ihr Bau wurde durch den Grafen Adolf V. von Schauenburg als Dank für die gewonnene Schlacht von Bornhöved (1227) veranlasst.

Großer Schlichtenberg bei Futterkamp (Fotonachweis 8)
Rund um Blekendorf

Von Blekendorf aus bestehen zwei Möglichkeiten, die Tour abzukürzen. Die erste Strecke führt über Futterkamp direkt zurück nach Lütjenburg. Sehr sehenswert ist auf dieser Route das Lehr- und Versuchsgut Futterkamp mit seinen Megalithgräbern aus der Jungsteinzeit. Auch der Große Schlichtenberg mit den Resten einer mittelalterlichen Burganlage ist ein Abstecher wert. Ebenfalls an dieser Strecke liegt ein Obst-Erlebnis-Garten für Obstkenner und Naschkatzen.

Die zweite Abkürzung verläuft über die Dörfer Högsdorf und Neukirchen nach Lütjenburg.

Holsteinische Kulturlandschaft (Fotonachweis 2)
Holsteinische Kulturlandschaft

Der eigentliche Verlauf der Burgentour erstreckt sich über die Dörfer Altharmhorst, Neuharmhorst und Kirchnüchel durch die holsteinische Kulturlandschaft bis zum Naturpark Holsteinische Schweiz.

Kirchnüchel ist ein kleines Dorf mitten in einer hügelig-lieblichen Landschaft, nahe dem Bungsberg. Hier leben etwa 200 Einwohner. Deren Hauptgewerbe ist bis heute die Landwirtschaft. "Wagrien" lautet der alte Name des umliegenden Landstrichs nach einem alten Teilstamm der slawisch, wendischen Obotriten (500 n. Chr.). So hieß Kirchnüchel, dessen Marienkirche (13. Jh.) einlädt, wie "...eine Wohnung, dass man Gott lieben und hoeren sol…"(Luther), bis ins 16. Jh. "Wendischnüchel".

St. Marien (Fotonachweis 2)
St. Marien Kirchnüchel

Die Kirche zeigt sich heute, nach aufwendiger Renovierung, in frühgotischer Stilvollkommenheit. Ein Kleinod unter den Kunstschätzen in Holstein ist das mit der Kirche verbundene Mausoleum von 1692 ebenso wie die elfenbeingeschnitzte Madonna, die an mittelalterliche Marienverehrung erinnert

Mausoleum (Fotonachweis 2)
Mausoleum Kirchnüchel
Gut Rantzau (Fotonachweis 2)
Gut Rantzau

Hinter dem Dörfchen Sasel bietet Ihnen ein Rastplatz mit sehr guter Aussicht die Gelegenheit für ein Picknick, bevor Sie vorbei am alten adeligen Gut Rantzau, Stammsitz des gleichnamigen, wohl bekanntesten ritterlichen Geschlechts Schleswig-Holsteins, wieder in Lütjenburg ankommen. Hier können Sie zum Abschluss am liebevoll restaurierten Färberhaus direkt am Markt pausieren.